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CBR-Studie für Straßenentwurf in Dresden: Tragfähigkeit nach RStO 12

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Wenn der hydraulische Lastrahmen mit 45 kN auf den Dresden-Typ trifft: Die CBR-Prüfung nach TP BF-StB Teil B 7.1 beginnt. Der zylindrische Stempel von 50 mm Durchmesser dringt mit 1,27 mm/min in den Boden ein – ein Vorgang, der in den quartären Kiesen der Elbtalwanne oder im Plänerverwitterungslehm der Dresdner Elbhänge völlig unterschiedliche Reaktionskurven liefert. Das mobile Prüfgerät, bestehend aus Lastpresse, Wegaufnehmer und Ringkraftmessdose, wird direkt auf dem verdichteten Planum oder im Untergrund aufgesetzt. Die Aufzeichnung erfolgt elektronisch mit einer Auflösung von 0,01 mm, sodass die charakteristischen CBR-Werte bei 2,5 und 5,0 mm Eindringung präzise erfasst werden. Ergänzend zur Tragfähigkeitsbewertung bieten wir bei bindigen Böden die Atterberg-Grenzen an, um die Plastizität und Wassereinflüsse auf den späteren Oberbau zu quantifizieren.

Der CBR-Wert nach Wasserlagerung entscheidet über die Dicke des frostsicheren Oberbaus – in Dresden mit seinen bindigen Lössböden oft der kritischere Parameter als die Verdichtung selbst.

Vorgehen und Leistungsumfang

Der häufigste Fehler in Dresden: Die Verwechslung von CBR-Werten nach vier Tagen Wasserlagerung mit solchen unmittelbar nach der Verdichtung. Die RStO 12 fordert für den frostsicheren Oberbau einen CBR-Wert von mindestens 15 % auf dem Planum – doch dieser Wert muss unter den ungünstigsten Wassergehaltsbedingungen gelten, die im Dresdner Raum nach Starkregenereignissen im Elbtal oder bei Schmelzwasserperioden im Frühjahr auftreten. Ein Probekörper, der nur im Anlieferungszustand geprüft wird, liefert um 40 bis 60 % überhöhte Werte; nach vier Tagen Wasserbad stellt sich oft ein dramatischer Abfall ein, insbesondere bei den Lösslehmen, die lokal in den höher gelegenen Stadtteilen wie Bühlau oder Weißig anstehen. Die Prüfung umfasst daher die Vorbereitung von drei Probekörpern mit unterschiedlicher Verdichtungsenergie, die Wasserlagerung über 96 Stunden sowie die Penetrationsprüfung. Der Vergleich der Eindringwiderstände mit dem Standardmaterial aus kalifornischem Brechsand ergibt den dimensionslosen CBR-Wert. Für die Planung von Asphaltschichten kombinieren wir die Ergebnisse mit dem flexiblen Belag, um den gesamten Straßenaufbau wirtschaftlich und technisch abzustimmen.
CBR-Studie für Straßenentwurf in Dresden: Tragfähigkeit nach RStO 12
Technisches Referenzbild — Dresden

Lokale Besonderheiten

In Dresden sehen wir bei Bauvorhaben auf den Elbwiesen immer wieder, dass die natürliche Vorbelastung der Auenlehme unterschätzt wird – sie reagieren auf dynamische Belastung mit einem abrupten Tragfähigkeitsverlust, sobald der Wassergehalt 28 % übersteigt. Die CBR-Prüfung ohne vorherige Wasserlagerung liefert dann Werte von 18 bis 22 %, die nach vier Tagen Sättigung auf unter 5 % einbrechen. Das bedeutet: Der nach RStO 12 geforderte Mindestwert von 15 % auf dem Planum wird ohne Bodenverbesserung nicht erreichbar sein. Die Konsequenz ist eine Unterdimensionierung des frostsicheren Oberbaus, die sich in der Dresdner Frost-Tau-Wechselzone mit durchschnittlich 85 Frosttagen pro Jahr innerhalb von zwei bis drei Wintern in Form von Setzungsrissen und Längsunebenheiten zeigt. Ein weiteres Risiko: die Verwendung von Recyclingmaterial mit unbekannter Kornabstufung als Unterbau ohne vorherige CBR-Prüfung – die RStO 12 erlaubt dies nur bei nachgewiesener gleichwertiger Tragfähigkeit.

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Typische Werte

ParameterTypischer Wert
PrüfverfahrenTP BF-StB Teil B 7.1:2012 / DIN EN 13286-47
Stempeldurchmesser50,0 ± 0,1 mm
Vorschubgeschwindigkeit1,27 mm/min (0,05 Zoll/min)
Wasserlagerungsdauer96 Stunden (4 Tage) bei 20 ± 2 °C
Anzahl Probekörper3 (je 5,5 kg) mit 3 × 56 Schlägen
Verdichtungsgrad-ReferenzProctorversuch nach DIN 18127
AuswertegrößeCBR bei 2,5 mm / CBR bei 5,0 mm Eindringung
AnwendungsbereichUntergrund, Unterbau, Frostschutzschicht

Verwandte Dienstleistungen

01

Proctorversuch nach DIN 18127

Ermittlung der Trockendichte-Wassergehalts-Beziehung als Referenz für die CBR-Prüfungen. Die Proctorkurve dient zur Festlegung des Verdichtungsgrads auf der Baustelle.

02

Korngrößenverteilung nach DIN EN 933-1

Bestimmung der Sieblinie zur Klassifikation des Bodens. Entscheidend für die Beurteilung der Frostempfindlichkeit nach ZTV E-StB 17 in der Zone II für Dresden.

03

Plattendruckversuch nach DIN 18134

Feldversuch mit 300-mm-Lastplatte zur direkten Bestimmung des Verformungsmoduls Ev2 auf dem Planum, ergänzend zur CBR-Studie im Labor.

04

Wassergehaltsbestimmung nach DIN EN ISO 17892-1

Ofentrocknung bei 105 °C zur Bestimmung des natürlichen Wassergehalts der gestörten Proben, die für die CBR-Vorbereitung verwendet werden.

Geltende Normen

RStO 12: Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen, TP BF-StB Teil B 7.1:2012 – CBR-Versuch, DIN EN 13286-47:2021 – Ungebundene Gemische – CBR-Prüfung, DIN 18127:2012 – Proctorversuch, ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen Erdbau

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Dresden und seinem Großraum.

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