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MEHR ERFAHREN →Die Straßenbaugeotechnik bildet das Rückgrat jeder dauerhaften und sicheren Verkehrsinfrastruktur in Dresden. Sie umfasst sämtliche erd- und felsbaulichen Maßnahmen, die den Baugrund für Fahrbahnen, Wege und Plätze ertüchtigen und mit dem Oberbau harmonisieren. In einer Stadt, die durch die Elbtalweitung und ihre Nebentäler geprägt ist, entscheidet die fachgerechte geotechnische Bearbeitung über die Standsicherheit von Böschungen, die Tragfähigkeit von Dammschüttungen und die Langlebigkeit von Asphalt- oder Betondecken. Von der ersten Baugrunderkundung bis zur Nachverdichtungskontrolle gewährleistet dieser Fachbereich, dass Dresdens Straßen den wachsenden Belastungen durch Schwerverkehr und klimatische Einflüsse standhalten.
Die geologischen Bedingungen im Stadtgebiet sind äußerst heterogen. Entlang der Elbe dominieren quartäre Talsedimente wie Auelehm, Sande und Kiese, die oft nur eine geringe bis mäßige Tragfähigkeit aufweisen. In den Hanglagen, etwa in Loschwitz oder am Weißen Hirsch, treten dagegen verwitterte Kreidesandsteine und Plänerkalke zutage, während im Norden eiszeitliche Geschiebemergel und Schmelzwassersande anstehen. Diese Vielfalt erfordert eine detaillierte geotechnische Erkundung und eine an den jeweiligen Untergrund angepasste Bemessung. Besonders die hohen Grundwasserstände in Flussnähe und die Gefahr von Ausspülungen in Hangbereichen stellen Planer regelmäßig vor anspruchsvolle Aufgaben.

Die Ausführung sämtlicher Arbeiten richtet sich streng nach dem deutschen Regelwerk. Maßgebend sind die ZTV E-StB für den Erdbau, die ZTV Asphalt-StB beziehungsweise ZTV Beton-StB für die Deckschichten sowie die RStO als Richtlinie für die Standardisierung des Oberbaus. Ergänzend gelten die Empfehlungen des Arbeitskreises Baugrund (EAB) und die DIN 1054 für die Standsicherheitsnachweise. In Dresden kommt den Richtlinien für den Bau an Gewässern (REB) eine besondere Bedeutung zu, da zahlreiche Verkehrswege entlang der Elbe oder ihrer Zuflüsse verlaufen und hier zusätzliche Anforderungen an den Erosionsschutz und die Dichtigkeit von Dämmen bestehen.
Diese Fachkategorie kommt bei einer Vielzahl von Projekten zum Tragen. Sie ist unverzichtbar beim Neubau von Umgehungsstraßen und Autobahnabschnitten wie der A17, bei der grundhaften Erneuerung innerstädtischer Hauptverkehrsachsen oder beim Ausbau von Busspuren und Radschnellwegen. Auch die Erschließung neuer Wohn- und Gewerbegebiete erfordert eine geotechnisch fundierte Straßenplanung, um spätere Setzungsschäden zu vermeiden. Für die Dimensionierung des Oberbaus ist häufig eine CBR-Studie für den Straßenentwurf notwendig, die den Verformungsmodul des Planums bewertet. Je nach Verkehrsbelastung und Untergrundverhältnissen fällt die Entscheidung für eine Bemessung flexibler Fahrbahnen in Asphaltbauweise oder eine Bemessung starrer Fahrbahnen mit Betondecke.
Die Straßenbaugeotechnik befasst sich mit der Wechselwirkung zwischen Baugrund und Straßenkonstruktion. Sie umfasst die Erkundung und Bewertung des Untergrunds, Erdarbeiten zur Herstellung eines tragfähigen Planums, die Prüfung von Verdichtungsgraden und Verformungsmoduln sowie die geotechnische Beratung bei Dammschüttungen, Böschungssicherungen und der Wahl des Oberbausystems gemäß RStO und ZTV E-StB.
Dresdens Geologie ist kleinräumig sehr wechselhaft: Elbnahe Auelehme und Kiese wechseln sich mit Hangschutt und verwittertem Festgestein ab. Hohe Grundwasserstände und die Überflutungsgefahr entlang der Elbe erfordern präzise Aufschlüsse, um Setzungen, Tragfähigkeitsverluste und Erosionsschäden zuverlässig vorherzusagen und im Entwurf zu berücksichtigen.
Der California Bearing Ratio (CBR)-Wert ist ein zentraler Kennwert zur Beurteilung der Tragfähigkeit des Planums und ungebundener Tragschichten. In Dresden wird er vor allem bei gering tragfähigen Aueböden oder wechselhaften Untergrundverhältnissen herangezogen, um die erforderliche Dicke des frostsicheren Oberbaus nach den Vorgaben der RStO festzulegen.
Starre Fahrbahnen aus Beton werden bevorzugt bei hochbelasteten Strecken wie Autobahnen, Busbuchten oder Kreisverkehren eingesetzt, wo hohe Schubkräfte und punktuelle Lasten auftreten. In Dresden spielen sie zudem eine Rolle auf Strecken mit häufigen Staunässeperioden, da Betondecken unempfindlicher gegenüber Feuchtigkeitseinflüssen aus dem Untergrund sind als Asphaltkonstruktionen.
Wir betreuen Projekte in Dresden und seinem Großraum.