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SPT (Standard Penetration Test) in Dresden: Geotechnische Sondierung im Elbtal

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Das Elbtal prägt die Baugrundsituation in Dresden mit einer komplexen Wechselfolge aus holozänen Auelehmschichten und darunterliegenden pleistozänen Talsanden und Kiesen. Die quartäre Sedimentmächtigkeit erreicht in der Altstadt und der Neustadt lokal über 15 Meter, bevor der verwitterte Pläner oder Granodiorit des Untergrunds ansteht. In dieser geologischen Konstellation liefert der SPT (Standard Penetration Test) verlässliche Kennwerte für die Beurteilung der Lagerungsdichte und der Tragfähigkeit. Das Verfahren ermittelt die Schlagzahl N₃₀ im Rammgestänge und korreliert diese mit Reibungswinkel und Steifemodul speziell für die kiesig-sandigen Terrassenablagerungen, die in Dresden als Gründungshorizont für tiefe Baugruben und Pfahlgründungen genutzt werden. Die heterogene Zusammensetzung der Sedimente erfordert eine sorgfältige Interpretation unter Berücksichtigung des Feinkornanteils und der Kornrundung. Ergänzend zur SPT-Bohrung setzen wir bei bindigen Zwischenlagen den CPT-Versuch ein, um ein lückenloses Profil des Spitzendrucks zu erhalten.

Die N₃₀-Schlagzahlen aus dem SPT korrelieren in Dresdens quartären Elbkiesen direkt mit der Lagerungsdichte und dem Reibungswinkel für erdbebensichere Gründungsnachweise.

Vorgehen und Leistungsumfang

Die Durchführung des SPT in Dresden erfolgt nach DIN EN ISO 22476-3:2005-01 in Verbindung mit den Empfehlungen des Arbeitskreises 'Baugrunddynamik' der DGGT. Der Test wird in eine Bohrung integriert und nutzt ein standardisiertes Rammgestänge mit einem Fallgewicht von 63,5 kg aus 76 cm Fallhöhe. In den Dresdner Elbkiesen, die oft kantengerundetes Material aus dem Osterzgebirge und der Böhmischen Masse führen, kann die Schlagzahl durch Grobkornanteile über 20 mm beeinflusst werden. Die Auswertung erfolgt unter Anwendung der Energieabgabe-Korrektur nach Seed & Idriss sowie der Korrekturfaktoren für Überlagerungsdruck und Bohrlochdurchmesser. Die ermittelten N₃₀-Werte werden in Beziehung zu relativen Lagerungsdichten nach Gibbs & Holtz gesetzt und ermöglichen die direkte Ableitung von inneren Reibungswinkeln für erdstatische Berechnungen. Für die Bemessung von Flachgründungen auf den Terrassenkiesen der Elbterrassen liefert der SPT die erforderlichen Setzungsprognosen und Steifemoduln. Die Rammkernsonde kann zudem gestörte Bodenproben für die bodenmechanische Klassifikation im Labor gewinnen.
SPT (Standard Penetration Test) in Dresden: Geotechnische Sondierung im Elbtal
Technisches Referenzbild — Dresden

Lokale Besonderheiten

Dresden liegt mit einer Bevölkerungsdichte von rund 1.700 Einwohnern pro Quadratkilometer in einer seismisch moderaten Zone (Erdbebenzone 1 nach alter DIN 4149, aktuell a_gR = 0,4 m/s² nach DIN EN 1998-1/NA). Dennoch erzwingt der heterogene Baugrund aus gering tragfähigen Auelehmen über erosionsinstabilen Sanden eine sorgfältige Erkundung mittels SPT. Wird die potentielle Verflüssigungsgefahr der locker gelagerten Talsande bei dynamischer Anregung unterschätzt, können Setzungsdifferenzen an Bauwerken im Altstadtbereich unkontrolliert auftreten. Besonders kritisch sind die Übergangszonen zwischen quartären Lockersedimenten und dem verwitterten Festgestein, wo Pfahlspitzen in unterschiedlich tragfähigem Material aufsitzen. Der SPT deckt diese Wechsel durch abrupte Änderungen der Schlagzahl zuverlässig auf und ermöglicht eine Anpassung der Gründungstiefe. Für Erdbebennachweise nach dem vereinfachten Verfahren gemäß DIN EN 1998-5 liefert der SPT die erforderlichen bodendynamischen Kennwerte.

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Typische Werte

ParameterTypischer Wert
NormDIN EN ISO 22476-3:2005-01
Fallgewicht63,5 kg (±0,5 kg)
Fallhöhe760 mm (±10 mm)
GestängeA-Rohr, Ø 50 mm, mit Energieabgabe-Kontrolle (ER)
SondeStandard-SPT-Sonde nach ISO 22476-3, geöffnet
Eindringstrecke3 × 150 mm; Auswertung der letzten 300 mm als N₃₀
KorrekturfaktorenÜberlagerungsdruck (CN), Energieabgabe (CE), Bohrlochdurchmesser (CB), Gestängelänge (CR)

Verwandte Dienstleistungen

01

Korngrößenanalyse und Bodenklassifikation

Siebanalyse nach DIN EN ISO 17892-4 an den gestörten SPT-Proben. Bestimmung des Ungleichförmigkeitsgrades und der Bodenart nach DIN 18196, essentiell für die Filterstabilität und Verdichtbarkeit der Dresdner Terrassensande.

02

CPT-Versuche (Drucksondierung)

Kombination von SPT und CPT zur Kalibrierung. Der CPT liefert ein quasi-kontinuierliches Spitzendruckprofil in den bindigen Auelehmen und ermöglicht die Korrelation von qc mit N₃₀ für die lokale Erfahrungskurve.

03

Atterberg-Grenzen und Triaxialversuche

Bestimmung der Plastizitäts- und Konsistenzgrenzen nach DIN EN ISO 17892-12. Bei feinkörnigen Zwischenlagen werden CD-Triaxialversuche nach DIN EN ISO 17892-9 zur Ermittlung effektiver Scherparameter ergänzt.

Geltende Normen

DIN EN ISO 22476-3:2005-01 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Felduntersuchungen – Teil 3: Standard Penetration Test, DIN EN 1998-5:2010-12 – Eurocode 8: Auslegung von Bauwerken gegen Erdbeben – Teil 5: Gründungen, Stützbauwerke und geotechnische Aspekte, DIN EN 1997-2:2010-10 – Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik – Teil 2: Erkundung und Untersuchung des Baugrunds, DGGT-Empfehlungen des Arbeitskreises 'Baugrunddynamik' (2020)

Fragen und Antworten

Welche Norm ist für den SPT in Deutschland verbindlich?

Der Standard Penetration Test wird in Deutschland nach DIN EN ISO 22476-3:2005-01 durchgeführt. Diese Norm legt das Verfahren, das Gerät und die Auswertung fest. Ergänzend gelten die Empfehlungen des Arbeitskreises «Baugrunddynamik» der DGGT für die Korrelation mit bodendynamischen Kennwerten und die Anwendung bei Erdbebennachweisen nach DIN EN 1998-5.

In welchen Tiefen wird der SPT in Dresden typischerweise ausgeführt?

Die Sondiertiefe richtet sich nach der Lage des tragfähigen Horizonts. In der Dresdner Innenstadt erreichen die quartären Sedimente Mächtigkeiten zwischen 10 und 20 Metern. Der SPT wird in Tiefenintervallen von 1,5 bis 2,0 Metern ausgeführt, beginnend unterhalb der organischen Auelehmschicht bis in den verwitterten Fels. Bei Pfahlgründungen erfolgen zusätzliche Tests in der Einbindetiefe der Pfahlspitze.

Was kostet ein SPT-Bohrmeter in Dresden?

Der Richtpreis für eine SPT-Sondierung in Dresden liegt zwischen €560 und €600 pro Bohrmeter, abhängig vom logistischen Aufwand, der Zugänglichkeit des Bohrpunktes und dem erforderlichen Bohrverfahren (trocken oder mit Spülung). Dieser Preis umfasst die Bohrarbeit, die SPT-Versuche, die Probenentnahme und die ingenieurgeologische Dokumentation inklusive Korrekturrechnung.

Welche Korrekturfaktoren werden beim SPT in Dresden berücksichtigt?

Die Roh-Schlagzahl N wird auf die Energieabgabe (CE) und den Überlagerungsdruck (CN) korrigiert, um die normalisierte Schlagzahl (N₁)₆₀ zu erhalten. In den Dresdner Kiesen mit höherer Lagerungsdichte ist die Überlagerungskorrektur nach Liao & Whitman maßgebend. Bei Tiefen über 10 Metern werden zusätzlich die Gestängelänge und der Bohrlochdurchmesser korrigiert. Die Energieabgabe wird über ein integriertes Messsystem am Rammbären kontrolliert.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Dresden und seinem Großraum.

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