Das Elbtal prägt die Baugrundsituation in Dresden mit einer komplexen Wechselfolge aus holozänen Auelehmschichten und darunterliegenden pleistozänen Talsanden und Kiesen. Die quartäre Sedimentmächtigkeit erreicht in der Altstadt und der Neustadt lokal über 15 Meter, bevor der verwitterte Pläner oder Granodiorit des Untergrunds ansteht. In dieser geologischen Konstellation liefert der SPT (Standard Penetration Test) verlässliche Kennwerte für die Beurteilung der Lagerungsdichte und der Tragfähigkeit. Das Verfahren ermittelt die Schlagzahl N₃₀ im Rammgestänge und korreliert diese mit Reibungswinkel und Steifemodul speziell für die kiesig-sandigen Terrassenablagerungen, die in Dresden als Gründungshorizont für tiefe Baugruben und Pfahlgründungen genutzt werden. Die heterogene Zusammensetzung der Sedimente erfordert eine sorgfältige Interpretation unter Berücksichtigung des Feinkornanteils und der Kornrundung. Ergänzend zur SPT-Bohrung setzen wir bei bindigen Zwischenlagen den CPT-Versuch ein, um ein lückenloses Profil des Spitzendrucks zu erhalten.
Die N₃₀-Schlagzahlen aus dem SPT korrelieren in Dresdens quartären Elbkiesen direkt mit der Lagerungsdichte und dem Reibungswinkel für erdbebensichere Gründungsnachweise.
Geltende Normen
DIN EN ISO 22476-3:2005-01 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Felduntersuchungen – Teil 3: Standard Penetration Test, DIN EN 1998-5:2010-12 – Eurocode 8: Auslegung von Bauwerken gegen Erdbeben – Teil 5: Gründungen, Stützbauwerke und geotechnische Aspekte, DIN EN 1997-2:2010-10 – Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik – Teil 2: Erkundung und Untersuchung des Baugrunds, DGGT-Empfehlungen des Arbeitskreises 'Baugrunddynamik' (2020)
Fragen und Antworten
Welche Norm ist für den SPT in Deutschland verbindlich?
Der Standard Penetration Test wird in Deutschland nach DIN EN ISO 22476-3:2005-01 durchgeführt. Diese Norm legt das Verfahren, das Gerät und die Auswertung fest. Ergänzend gelten die Empfehlungen des Arbeitskreises «Baugrunddynamik» der DGGT für die Korrelation mit bodendynamischen Kennwerten und die Anwendung bei Erdbebennachweisen nach DIN EN 1998-5.
In welchen Tiefen wird der SPT in Dresden typischerweise ausgeführt?
Die Sondiertiefe richtet sich nach der Lage des tragfähigen Horizonts. In der Dresdner Innenstadt erreichen die quartären Sedimente Mächtigkeiten zwischen 10 und 20 Metern. Der SPT wird in Tiefenintervallen von 1,5 bis 2,0 Metern ausgeführt, beginnend unterhalb der organischen Auelehmschicht bis in den verwitterten Fels. Bei Pfahlgründungen erfolgen zusätzliche Tests in der Einbindetiefe der Pfahlspitze.
Was kostet ein SPT-Bohrmeter in Dresden?
Der Richtpreis für eine SPT-Sondierung in Dresden liegt zwischen €560 und €600 pro Bohrmeter, abhängig vom logistischen Aufwand, der Zugänglichkeit des Bohrpunktes und dem erforderlichen Bohrverfahren (trocken oder mit Spülung). Dieser Preis umfasst die Bohrarbeit, die SPT-Versuche, die Probenentnahme und die ingenieurgeologische Dokumentation inklusive Korrekturrechnung.
Welche Korrekturfaktoren werden beim SPT in Dresden berücksichtigt?
Die Roh-Schlagzahl N wird auf die Energieabgabe (CE) und den Überlagerungsdruck (CN) korrigiert, um die normalisierte Schlagzahl (N₁)₆₀ zu erhalten. In den Dresdner Kiesen mit höherer Lagerungsdichte ist die Überlagerungskorrektur nach Liao & Whitman maßgebend. Bei Tiefen über 10 Metern werden zusätzlich die Gestängelänge und der Bohrlochdurchmesser korrigiert. Die Energieabgabe wird über ein integriertes Messsystem am Rammbären kontrolliert.